Rotfilter oder Bearbeitung? Was du unter Wasser verwenden solltest

Teste einen Filter nur bei hellem Umgebungslicht. Entferne ihn bei trübem Licht oder wenn eine ungefilterte Lampe das Motiv beleuchtet; eine ungefilterte Datei in voller Auflösung ist die sicherste Grundlage für die spätere Restaurierung.

Entscheidung bei der AufnahmeGeprüft 4 Min. Lesezeit

Das Tauchzentrum gibt dir eine GoPro, ein Gehäuse und einen Rotfilter. An der Oberfläche macht der Filter Haut und Sand orange. In größerer Tiefe wirkt er nützlicher, bis das Wrack dunkler wird und die Kamera Bewegungen zu verwischen beginnt. Der aufgedruckte Tiefenbereich berücksichtigte weder die Wolken, Sichtweite noch Wasserfarbe dieses Tages.

Ein Filter nimmt Licht weg

Ein roter oder orangefarbener Filter lässt relativ mehr warmes Licht durch, indem er einen Teil des blaugrünen Lichts blockiert, das die Kamera erreicht.[1] Ein Magentafilter ist für grüneres Wasser gedacht. Keiner der beiden Filter fügt dem Motiv rotes Licht hinzu und keiner erzeugt Wellenlängen neu, die bereits vor dem Erreichen des Motivs absorbiert wurden.[4]

Die Kamera muss den Lichtverlust durch eine längere Belichtungszeit, höhere ISO, eine größere Blende, sofern verfügbar, oder eine dunklere Datei ausgleichen. Bei einer automatischen Actionkamera kann sich der Preis als verwischte Flossen, grobes Schattenrauschen oder instabile Farbe zeigen, statt als offensichtliche Belichtungswarnung.

Ein physischer Rotfilter zieht vor dem Sensor Licht ab, während die Nachbearbeitung nach der Aufnahme mit der vollständigen Aufzeichnung arbeitet.
Ein Filter verändert, was den Sensor erreicht. Die Bearbeitung kann nur mit dem Licht arbeiten, das die Kamera tatsächlich aufgezeichnet hat.

Teste ihn in dem Wasser, das du vorfindest

Verwende einen Filter nur, wenn das Umgebungslicht hell genug ist, um etwas davon abzugeben. Große, sonnenbeschienene Motive wie Wracks, Riffszenerien, Taucher und Fischschwärme sind die plausibelsten Fälle, weil eine kleine Lampe sie nicht ausleuchten kann.[2]

Treffe die Entscheidung in dieser Reihenfolge:

  1. Nimm in der Arbeitstiefe ein Testbild ohne Filter auf.
  2. Setze den Filter auf und wiederhole dieselbe Komposition.
  3. Prüfe Haut, hellen Sand, Blasen und neutrale Ausrüstung auf einen orangen oder magentafarbenen Stich.
  4. Prüfe bewegte Kanten und dunkles Wasser auf Unschärfe oder Rauschen.
  5. Behalte den Filter nur, wenn sich die Farbe verbessert, ohne die Belichtung zu beschädigen.

Behandle den Tiefenbereich des Herstellers nicht als physikalische Regel. Sonnenstand, Wolken, Schwebstoffe, Plankton, Motivabstand und der eigene Weißabgleich der Kamera verändern das Ergebnis.

Entferne ihn, wenn Licht knapp ist

Tiefer zu tauchen ist allein kein Grund, einen stärkeren Filter aufzusetzen. In dunklem Wasser, im Inneren eines Wracks oder bei schlechter Sicht ist es wichtiger, Photonen und Belichtungszeit zu bewahren, als die Kanäle bereits bei der Aufnahme auszugleichen.

Entferne den Filter nahe der Oberfläche, wenn die Szene zu warm wird. Entferne ihn bei schnellen Schwimmern, wenn die Bewegung bereits weich wirkt. Entferne ihn, wenn ein ungefilterter Blitz oder eine Videolampe ein nahes Motiv dominiert: Dieses Licht enthält bereits warme Wellenlängen, sodass der Objektivfilter den Vordergrund rot machen und gleichzeitig Lampenleistung verschwenden kann.

Filter und künstliches Licht lassen sich bewusst aufeinander abstimmen, aber das ist ein Beleuchtungsaufbau und kein sicherer Standard für eine geliehene Kamera.

Wähle die Methode passend zum Motiv

Verwende helles Umgebungslicht für ein ganzes Wrack oder Riff. Nutze eine Videolampe oder einen Blitz für ein nahes Porträt, einen Fisch oder einen kleinen Strukturbereich. Verwende die Nachbearbeitung, wenn die ungefilterte Aufnahme sauber ist und du die Farbe erst nach dem Tauchgang entscheiden möchtest.

Die Verarbeitung moderner GoPro-Modelle unterscheidet sich. Übernimm daher kein altes HERO-Filterrezept.[3] Konfiguriere die Leihkamera, bevor du ins Wasser gehst, und bewahre das unveränderte Original in voller Auflösung auf.

Was Five Meters mit der Datei macht

Five Meters verarbeitet gefilterte und ungefilterte Fotos. Der automatische Durchgang erzeugt eine gelernte kanalübergreifende Restaurierungsbasis, und eine separate Transmissionsschätzung lässt Dehaze über das Bild variieren.[5] Das holt deutlich mehr brauchbare Farbe und Trennung zurück als eine einzelne Weißabgleichs- oder Sättigungsänderung, besonders aus einem scharfen, gut belichteten ungefilterten Original.

Bevorzuge die sauberere Aufnahme, wenn du kannst: Eine ungefilterte Datei, die Belichtungszeit und ISO unter Kontrolle hielt, lässt sich meist sauberer restaurieren als ein gefiltertes Bild, das unter Wasser Licht gegen Wärme eingetauscht hat. Nutze danach Temperatur, Farbton, Dehaze und Detail für den letzten Schliff.

Quellen

  1. DivePhotoGuide: Filter in der Unterwasserfotografie verwenden
  2. DivePhotoGuide: Erstaunliche Farben mit einer GoPro
  3. GoPro: Eine GoPro als Schnorchel- und Tauchkamera verwenden
  4. NOAA Ocean Service: Warum ist der Ozean blau?
  5. A Revised Underwater Image Formation Model