Umgebungslicht, Blitze und Videolampen unter Wasser

Belichte zuerst die Umgebungsszene, halte künstlich beleuchtete Motive nah und schütze Lichter von Lampen oder Blitzen. Vorder- und Hintergrund müssen nicht gleich aussehen.

Entscheidung bei der AufnahmeGeprüft 5 Min. Lesezeit

Originales, unbearbeitetes Unterwasserfoto: Taucher am Wrack Eastern Ark Rock
FiveMeters-Restaurierung von Taucher am Wrack Eastern Ark Rock: Bewuchs des Wracks und Tauchausrüstung trennen sich vom gedämpften gelbgrünen Wasser bei schlechter Sicht.

Das Wrack Eastern Ark vereint in einem Bild einen ausgefressenen Lichtkegel, lokal beleuchteten Bewuchs, einen schattigen Taucher und grünes Umgebungswasser.

Das Wrackbild der Eastern Ark enthält gleichzeitig vier verschiedene Arten von Licht und Tonwerten: Eine Lampe brennt in den unteren Rand, heller Bewuchs fängt einen Teil davon ein, der Taucher bleibt größtenteils dunkel und das offene Wasser verliert sich in Grün. Ein einziger Temperatur- oder Belichtungsregler kann nicht alle vier Bereiche ausgleichen.

Erkenne, was die einzelnen Bereiche beleuchtet

Umgebungslicht kommt von der Sonne und verändert sich auf seinem Weg durch das Wasser.[4] In einer weiten Szene können Vordergrund und entfernte Struktur unterschiedlich aussehen, auch wenn keine Lampe verwendet wurde.

Ein Blitz ist ein kurzer Lichtimpuls für die Fotografie. Eine Videolampe oder Tauchlampe leuchtet kontinuierlich. Beide fügen nur innerhalb ihrer wirksamen Reichweite breitbandiges Licht hinzu, verhalten sich bei der Aufnahme aber unterschiedlich.[1] Eine schmale Tauchlampe erzeugt außerdem einen deutlich härteren Hotspot als eine breite Videolampe.

Achte auf einen warmen oder hellen Vordergrund, harte lokale Schatten, einen sichtbaren Lichtstrahl oder einen schnellen Übergang in kühleres Wasser. Diese Hinweise sind wichtiger, als dem Foto einen einzigen Weißabgleich zuzuweisen.

Lies das Licht in Ebenen
Unterwasserszene mit gemischtem Licht Sonnenlicht erreicht die gesamte Wassersäule. Ein Blitz und eine kontinuierliche Videolampe erreichen nur das nahe Motiv, während das entfernte Riff vom Umgebungslicht beleuchtet bleibt. SONNENLICHT Erreicht die ganze Szene UMGEBUNG KURZER BLITZ Beleuchtet nur das nahe Motiv BLITZ KONTINUIERLICHE VIDEOLAMPE Verliert sich schnell im Wasser VIDEOLAMPE AUSGEFRESSENES LICHT Textur wurde nicht aufgezeichnet AUSGEFRESSEN
Reichweite des Lichts Sonnenlicht erreicht die gesamte Szene. Ein Blitz oder eine Videolampe erreicht nur das nahe Motiv, während das ferne Riff vom Umgebungslicht beleuchtet bleibt.

Stelle zuerst das Umgebungsbild her

Wähle vor dem Hinzufügen von Licht Standpunkt und Hintergrund. Stelle bei einer manuell gesteuerten Fotokamera zuerst die Umgebungsbelichtung ein. Rahme bei einer automatischen GoPro das gewünschte Wasser ein und lass die Belichtung sich stabilisieren.

Schütze Sonnenscheiben, weiße Flossen, Blasen und reflektierende Flaschen. Wenn die Oberfläche ausfrisst, kann das spätere Absenken von Highlights den Bereich zwar abdunkeln, seine Textur aber nicht wiederherstellen.

Für natürliche Umgebungsfarbe sollte die Sonne hinter dir oder über einer Schulter stehen. Wenn du für eine Silhouette oder einen klaren blauen Hintergrund nach oben fotografierst, erwarte weniger Farbe am Motiv und beobachte die helle Oberfläche genau.

Beleuchte ein nahes Motiv

Bewege die Lampe näher heran, statt das Wasser aus der Entfernung überwältigen zu wollen. Positioniere ein externes Licht außerhalb der optischen Achse und richte den Rand seines Strahls auf das Motiv.[2] Dadurch wird weniger Wasser direkt vor dem Port beleuchtet.[3]

Prüfe das rückwärtige Display auf diese Fehler:

  • Ein weißer Hotspot ohne Textur
  • Helle Partikel zwischen Kamera und Motiv
  • Ein oranger Vordergrund hinter einem Rotfilter
  • Eine beleuchtete Ecke bei weiterhin dunkler Mitte
  • Ein Lichtstrahl, der vom Motiv ablenkt

Das Nahaufnahme-Beispiel der Robbe zeigt die harte Grenze: Das Licht nahe der Kamera hat die Schnauze ausgefressen. Keine Farbrestaurierung kann Schnurrhaare oder Fellstruktur in diesen weißen Flächen neu aufbauen.

Originale Nahaufnahme einer Seehundrobbe mit einem ausgefressenen Blitz-Hotspot über der Schnauze

Fehlerausschnitt: Die weiße Schnauze ist eine Aufnahmegrenze und kein Farbkorrekturproblem. Abdunkeln kann keine Textur wiederherstellen, die nie aufgezeichnet wurde.

Blitze und Videolampen brauchen unterschiedliche Regler

Bei einer manuell gesteuerten Blitzbelichtung verändert die Verschlusszeit innerhalb des Blitzsynchronbereichs hauptsächlich den Umgebungs-Hintergrund. Blende, ISO und Blitzleistung beeinflussen den beleuchteten Vordergrund. Stelle zuerst das Wasser ein und erhöhe oder verringere dann den Blitz.

Eine kontinuierliche Videolampe trennt das nicht auf diese Weise. Sie trägt während der gesamten Belichtung bei. Wer eine geliehene Actionkamera nutzt, sollte sie über Lampenabstand, Leistung und Strahlposition steuern. Übertrage kein Blendenrezept für zwei Blitze auf eine GoPro mit Tauchlampe.

Vorder- und Hintergrund dürfen unterschiedlich aussehen. Ein naher warmer Taucher vor kühlerem Wasser beschreibt, wie die Szene beleuchtet wurde.

Restauriere vor den Feineinstellungen

Five Meters erzeugt zuerst eine gelernte kanalübergreifende Restaurierungsbasis. Eine separate Transmissionsschätzung lässt Dehaze über das Bild variieren, während die Wassermaske den Wasserreglern vorbehalten bleibt. So können Umgebungswasser und lampenbeleuchteter Vordergrund verfeinert werden, ohne dass eine Temperatur gegen die andere arbeitet.

Lass den automatischen Durchgang abschließen und prüfe dann den künstlich beleuchteten Bereich. Nutze Restoration strength, Temperature und Tint für eine allgemeine Verfeinerung. Exposure und Highlights gleichen die übrigen Tonwerte aus; Detail und Dehaze stärken echte Kanten, ohne Partikel zu falscher Textur zu verhärten. Schütze Lichter bereits bei der Aufnahme, damit die restaurierte Datei saubere Details enthält.

Quellen

  1. DivePhotoGuide: Umgebungs- und Kunstlicht in der Unterwasserfotografie ausbalancieren
  2. DivePhotoGuide: Positionierung von Unterwasserblitzen
  3. DivePhotoGuide: Rückstreuung verhindern
  4. A Revised Underwater Image Formation Model